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Farbstoffmigration:

Warum es dazu kommt und wie man es verhindern kann

Was ist Farbstoffmigration?

ein Problem mit dem Stoff, kein Problem mit dem Druck


Farbstoffmigration tritt auf, wenn die zur Färbung von Polyester- (oder Polyester-Misch-)Geweben verwendeten Dispersionsfarbstoffe unter Hitzeeinwirkung wieder gasförmig werden, durch den Transferdruck nach oben wandern und sich erneut in der Farbschicht ablagern. Das Ergebnis ist ein rosa, orangefarbener oder grauer Schleier über oder um den Druck herum – manchmal sofort nach dem Abziehen des Transfers sichtbar, manchmal erst Stunden oder Tage später.

Wichtig:
Es handelt sich nicht um einen Fehler der Transferfolie oder des Drucks selbst. Vielmehr ist es eine chemische Reaktion zwischen dem Farbstoff des Kleidungsstücks und der Hitze der Presse – das bedeutet, dass man dem Problem vor dem Pressvorgang vorbeugen muss, anstatt es nachträglich zu beheben.


Warum passiert das?

fünf Faktoren, die über das Risiko entscheiden


Hitze. Dispersionsfarbstoffe sublimieren – sie gehen also vom festen in den gasförmigen Zustand über – bei niedrigeren Temperaturen, als die meisten erwarten; oft beginnt dieser Vorgang bereits bei etwa 150–160 °C. Jeder Pressvorgang, der heiß genug ist, um das Transfermotiv zu übertragen, ist auch heiß genug, um die Migration der im Gewebe vorhandenen Farbstoffe in Gang zu setzen.

Stofffarbe und Farbmenge. Je dunkler und gesättigter das Kleidungsstück ist, desto mehr Farbstoff kann wandern. Am häufigsten sind rote, marineblaue und schwarze Polyesterstoffe dafür verantwortlich.

Stoffzusammensetzung. Materialien aus 100 % Polyester sowie Mischgewebe mit hohem Polyesteranteil – etwa Sportbekleidungsstoffe, Polyester-Baumwoll-Mischungen (65/35) und Funktionstextilien – bergen das höchste Risiko. Bei reiner Baumwolle tritt Migration nur selten auf, da Baumwolle nicht mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt wird.

Presszeit und Druck. Längere Haltezeiten und höherer Druck führen dem Gewebe mehr Wärme zu, wodurch der Farbstoff mehr Energie und Zeit für die Sublimation erhält.

Deckkraft der Druckfarbe. Weiße und andere helle, deckende Bereiche eines Motivs zeigen Migration am frühesten und deutlichsten – dort ist nur wenig Pigment vorhanden, um den von unten durchschlagenden Farbstoff zu überdecken.

Am stärksten betroffen

  • Sportbekleidung
  • dunkles und gesättigtes Polyester
  • sublimierte Stoffe
  • Polyester-Baumwoll-Mischungen über 50% Polyester


Wo taucht es auf?

bei der Presse oder Tage später


Unmittelbar nach dem Pressvorgang - sobald das Transferpapier abgezogen wird – erscheint in weißen oder hellen Bereichen ein rosa oder orangefarbener Schimmer.

Verzögerte Migration - der Druck wirkt direkt nach dem Druckvorgang sauber, doch erst Stunden oder Tage später bildet sich ein Schleier, insbesondere wenn das Kleidungsstück noch im warmen Zustand gefaltet, verpackt oder gestapelt wurde.

Nach dem Waschen oder Trocknen - die Hitze eines Wäschetrockners kann eine Migration auslösen, die durch die Heißpresse allein nicht hervorgerufen wurde.

 

Wie lässt sich das verhindern?

Übertragungsauswahl, Einstellungen aufrufen, Handhabung


Wählen Sie für dunkles oder unbekanntes Polyester einen BLOCKER-Transfer. Ein BLOCKER-Transfer fügt eine zusätzliche Sperrschicht zwischen Kleidungsstück und Druckfarbe ein, die speziell dafür entwickelt wurde, das Eindringen von sublimierten Farbstoffen in die Druckfarben zu verhindern. Bei dunklem oder stark gesättigtem Polyester ist dies die mit Abstand wirksamste Schutzmaßnahme.

Pressen Sie bei der niedrigstmöglichen Temperatur und Zeit. Wählen Sie den kürzesten und kühlsten Zyklus, der für Ihren Transfertyp noch eine gute Haftung gewährleistet. Jedes Grad und jede zusätzliche Sekunde über das erforderliche Maß hinaus erhöht das Migrationsrisiko.

Lassen Sie die Kleidungsstücke flach liegend abkühlen, bevor Sie sie weiterverarbeiten. Farbmigration kann auch dann noch auftreten, wenn der Stoff noch warm ist. Lassen Sie das Kleidungsstück vollständig abkühlen - etwa durch kurzes Pressen zum Abkühlen oder durch einige Minuten flaches Liegenlassen, bevor Sie es falten, verpacken oder stapeln.

Stapeln Sie gebügelte Kleidungsstücke niemals warm. Hängen oder legen Sie sie zum Trocknen auf, bis sie Raumtemperatur erreicht haben. Durch das Stapeln warmer Kleidungsstücke staut sich die Wärme genau dort, wo sie die Farbstoffe weiter nach oben treiben kann.

Testen Sie das tatsächliche Gewebe, bevor Sie die gesamte Produktion starten. Das Migrationsverhalten variiert von Charge zu Charge - selbst bei gleicher Farbe und demselben Lieferanten. Ein kleiner Testdruck auf dem Originalkleidungsstück ist aussagekräftiger als jedes Datenblatt.

Wichtig:
Wir empfehlen stets einen Anwendungstest auf dem Zielmaterial, bevor eine große Charge verarbeitet wird - dies gilt für das Risiko der Farbmigration ebenso wie für die Haftung.


Risiko vs. Handeln

Kurzübersicht


Stofflage
Empfohlene Maßnahme
Baumwolle, farbechte Baumwoll-Polyester-Mischgewebe
DTF STANDARD
Dunkles oder gesättigtes Polyester, Sportbekleidung
DTF BLOCKER
Sublimationsbedruckter Stoff unbekannter Qualität
BLOCKER + test press
Beliebiger Polyester, weiße/helle Designbereiche
Niedrigste praktikable Temperatur/Zeit
Jedes frisch gebügelte Kleidungsstück
Vor der Weiterverarbeitung flach und kühl lagern.


Vor einer Großbestellung

drei Schritte


Stoffe können sich je nach Zusammensetzung, Färbung, Ausrüstung und Ihrer Presse unterschiedlich verhalten. Bevor Sie eine komplette Charge aus Polyester oder sublimiertem Stoff bearbeiten:

  1. Bestellen Sie das BLOCKER-Muster, wenn der Stoff dunkel oder unbekannt ist.
  2. einen Anwendungstest am Zielmaterial durchführen
  3. Bestätigen Sie Temperatur, Zeit und Druck bei diesem Test, bevor Sie den Prozess hochskalieren.


Zusammenfassung


Farbmigration geht vom Farbstoff des Textils selbst aus - nicht vom Transfer - und wird durch Hitze, Farbsättigung sowie den Polyesteranteil begünstigt. Bei Baumwolle und farbechten Mischgeweben verhält sich STANDARD wie gewohnt. Bei dunklem oder sublimiertem Polyester sollten Sie auf BLOCKER umsteigen, mit den niedrigstmöglichen Einstellungen pressen und die Textilien vor der Weiterverarbeitung flach liegend abkühlen lassen. Testen Sie das jeweilige Gewebe vor der Bearbeitung größerer Aufträge, da das Migrationsrisiko selbst innerhalb derselben Farbe variieren kann.


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